Liebe Freunde des Andreas-Petrus-Werks!

Ikone Bekehrung des Apostels Paulus
Ikone Bekehrung des Apostels Paulus. – Ikonenschreibwerkstatt Benediktinerinnenpriorat Liebhartstal in Wien

Als ich die vom Kloster Liebhartstal zu Weihnachten und zum Jahreswechsel versandte kleine Broschüre zur Hand nahm, blieb mein Blick sofort am Ikonenmotiv auf dem Umschlag haften. Es zeigt den Apostel Paulus, wie er auf dem Weg nach Damaskus, von einem göttlichen Lichtstrahl getroffen, kopfüber vom Pferd stürzt. Mein erster Gedanke war: Da hat einer – wie viele Menschen in diesem Pandemie-Jahr – gründlich  den Boden unter den Füßen verloren. Aber was Paulus aus der Bahn geworfen und sein Leben umgekrempelt hat, bedeutete zugleich einen Neubeginn. Der „Unfall“ öffnete die Augen für den Plan Gottes und ist also ein Bild der Hoffnung: Gerade auch in dem, was uns erschrecken lässt, kann man und gilt es den Lichtstrahl des Ewigen zu erkennen, der uns sehend macht!

Die Faszination dieses Ikonenmotivs verstärkte sich noch, als ich die „Geschichte hinter der Geschichte“ in Erfahrung brachte, nämlich dass die Schwestern von Liebhartstal in Wien in Verbindung stehen mit dem St. Elisabethkloster in Minsk und sich nach mehrfachem Aufenthalt zweier Benediktinerinnen in der weißrussischen Hauptstadt eine Ikonenschreibwerkstatt als neuer spiritueller Schwerpunkt im Wiener Kloster etabliert hat. Diesem neuen künstlerischen und spirituellen Schwerpunkt und damit zugleich einer neuen Facette der Verbundenheit zwischen Österreich und Belarus nachzuspüren, die – auch dank IHRER Unterstützung des Sozialwerks der Schwestern in Minsk – schon seit vielen Jahren besteht, hat sich dieser Rundbrief vorgenommen. Dies auch dadurch, dass auf die bemerkenswerte Initiative des St. Elisabethklosters hingewiesen wird, weltweit über das Internet auf Englisch durch eine professionell gestaltete Homepage, durch einen Newsletter und auch durch Video-Übertragungen Einblick zu gewähren in den christlichen Alltag und die Höhepunkte und Heiligengedenktage im Kirchenjahr sowie Antworten zu geben auf Fragen, die das Dasein im Kloster aufwirft.

Für die Glaubenspraxis, die Anliegen und Nöte der Christen im Osten Interesse zu wecken und darüber zu informieren, ist dem Andreas-Petrus-Werk Auftrag und Geschenk. Ich hoffe, dass das nach dem Vorbild, das Papst Franziskus uns durch seinen Besuch im Irak gegeben hat, mit diesem Rundbrief gelungen ist und dass Ihre Anteilnahme am Leben der Schwestern und Brüder im Osten – wie immer sie konkret wird: durch Gebet, durch Begegnungen, durch Liebesgaben – auch angesichts der Pandemie nicht versiegt, sondern der Lichtstrahl des Ostergeheimnisses die Augen sehend macht und die Herzen erwärmt.

Christus ist auferstanden – ER ist wahrhaft auferstanden!

P. Gottfried Glaßner OSB

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Aus dem Rundbrief 2021/1