Georg Röwekamp:
Christen in der Region Gaza.
Eine vergessene Geschichte.
Herder Verlag Freiburg i. Br. 2025.

168 Seiten, ISBN 978-3-451-39937-4

Buchcover Röwekamp: Christen in Gaza

Eine brandaktuelle Spurensuche

Die Geschichte der Stadt Gaza und ihres Umlandes ist vielfältig. Es gehörte zwar nie zum biblischen Kernland, doch spielt es im Alten Testament immer wieder eine Rolle unter den Philister-Städten. Die bekannteste Geschichte aus dieser Zeit ist jene des Richters Simpson, der mit übermenschlichen Kräften ausgestattet war. (Ri 13-16) Gesicherte Nachrichten über Christen in der Gaza-Region gibt es seit dem 4. Jh. Über Jahrhunderte ist es ein Zentrum des Mönchtums, der Geschichtsschreibung und der Wissenschaft und wird in der frühbyzantinischen Zeit als prächtige und schöne Stadt“ hervorgehoben, die Kreuzfahrer haben dort Spuren hinterlassen, auch die osmanischen Zeit hat das Christentum dort nicht aussterben lassen. Georg Röwekamp, Historiker und seit vielen Jahren Mitarbeiter des Deutschen Vereins vom Heiligen Land und derzeit auch Leiter des Pilgerheimes in Tabgha am See Genezareth,  zeichnet die christliche Geschichte der Region kompetent und klar nach. Er bezieht in seine Darlegungen zahlreiche Quellentexte ein, eine reiche Bebilderung veranschaulicht den Text.In Anbetracht der Verwüstungen des Gazastreifens seit dem 7. Oktober 2023 hat der Bildteil möglicherweise auch eine nicht vorauszusehende dokumentarische Bedeutung, da auch Zeugnisse der christlichen Vergangenheit sicher zu den zerstörten Denkmälern gehören. Das Schlusskapitel des Buches enthält Stimmen und Stellungnahmen auschristlichen Kreisen zur aktuellen Situation, die in der Öffentlichkeit kaum gehört oder beachtet werden. Breit empfehlenswert! (Hanns Sauter)

Buchbesprechung Röwekamp: Christen in Gaza