Buchbesprechung: „Verehrt wird er in seinem Bilde”

Thomas Bremer, „Verehrt wird er in seinem Bilde…”. Quellenbuch zur Geschichte der Ikonentheologie.
Trier 2014.
322 S.
ISBN 978-3-79021461-1

buch-bremer

Grundlagenbuch zur Ikonentheologie

Ikonen sprechen zwar viele Menschen an, bleiben aber dennoch geheimnisvoll. Sie werden immer häufiger auch in katholischen oder evangelischen Kirchen aufgestellt, von Gläubigen verehrt, von Kunstliebhabern gesammelt. Im Programm zahlreicher kirchlicher Bildungshäuser finden sich regelmäßig Ikonenmalkurse. Die Kenntnis über Wesen und Sinn der Ikonenverehrung sowie über ihre theologischen Hintergründe ist aber außerhalb von Fachkreisen nicht wirklich groß. Thomas Bremer, der an der Universität Münster Ostkirchenkunde lehrt, ist gelungen, mit diesem Band Abhilfe zu schaffen. Der erste Teil enthält drei Darstellungen. Zunächst eine des Weges der Bilderverehrung in Byzanz bis zum Ende des Bilderstreites mit dem Konzil von Konstantinopel 834 – auf der Grundlage neuerer Quellenforschungen. Hier zeigt sich, dass dieser Weg sowohl bei den Befürwortern als auch bei den Gegnern der Bilderverehrung weitaus differenzierter gegangen wurde, als oft behauptet. Die zweite Darstellung befasst sich mit den Themen und Argumenten im Bilderstreit. Große Aufmerksamkeit legt der Autor hier auf die Entwicklung der Dogmatik dieser Zeit, vor allem der Christologie, ohne die sich die Fragen der Darstellbarkeit Jesu durch Bilder und alle weiteren damit zusammenhängende Fragen nicht gestellt hätten. Einbezogen sind auch Reaktionen aus der Westkirche wie jene der Hoftheologen Karls d. Gr., die in den libri carolini festgehalten sind, aber nie wirklich kirchenpolitische Bedeutung erhielten. Eine dritte und vierte Darstellung widmet sich den Ikonen als Zugang zur orthodoxen Theologie sowie ihrem angemessen Umgang im privaten als auch im kultischen Bereich. Der nichtorthodoxe Christ findet hier Erklärungen für eine ihn manchmal befremdende Praxis. Mit diesem Werk ist die Literatur über Ikonen um ein Grundlagenbuch bereichert, das sowohl für den Ikonenfreund als auch für den Lehrbetrieb interessant ist. Für alle an Ikonen Interessierte, öffentliche Bibliotheken mit entsprechendem Benutzerkreis und Fachbibliotheken. (Hanns Sauter)