Hendrik B. Herhaus:
Zwischen Ikone und Imperium.
Die Russische Orthodoxe Kirche im Spannungsfeld zwischen Glaube und Macht.
Edition Hagia Sophia Wachtendonk 2025.
230 Seiten, ISBN 978-3-96321-222-2.
Das Buch möchte – so der Verfasser an mehreren Stellen – ein Beitrag dazu sein, die russisch-orthodoxe Kirche und ihre Besonderheiten, die dem Westeuropäer oft genug unverständlich sind, zu verstehen. Er unternimmt dazu einen Streifzug durch ihre Geschichte, angefangen von der Christianisierung der Kiewer Rus über die Zarenzeit bis hin zur Sowjetunion und der heutigen Situation, befasst sich mit Liturgie und Ikonen, Mönchtum, Kirchenbau, Militärseelsorge, Finanzierung, ihrer sozialen Rolle, der Verflechtung mit dem Staat und vielem anderen mehr. Am Ende der einzelnen Abschnitte stellt er die westliche und die russische Denkweise einander gegenüber. Ob diese Gegenüberstellungen immer geglückt sind, mag dahingestellt bleiben, zumindest mit kirchlichen Gegebenheiten tut er sich schwer. So wird nicht immer konsequent zwischen russischer orthodoxer Kirche und Orthodoxie allgemein unterschieden, das ein oder andere in den Beziehungen zwischen russischem Staat und Kirche stellt zeigt sich eher als Theorie, manche seiner Sichtweisen der römischen Kirche sind eher verstaubt. (Als Beispiel sei das Kapitel „Die missionarische Arbeit der Kirche“ genannt.) Ein sicherlich ehrlich und gut gemeinter, aber ausbaufähiger Versuch. (Hanns Sauter)

