Prof. DDr. Ekkart Sauser, Ikonensammler aus Liebe und Leidenschaft

53 Marienikonen aus seiner Sammlung, ein Geschenk an das Land Tirol, finden 2013 im Ikonenmuseum Stift Stams eine neue Heimat

(aus: Rundbrief 2013/2)

Prof. Ekkart Sauser

Prof. Ekkart Sauser

Die Liebe zu den Ikonen begleitete ihn in seinem seelsorglichen Wirken und in seiner Lehrtätigkeit in Innsbruck und Trier: Prof. DDr. Ekkart Sauser, der heuer seinen 80. Geburtstag beging und für den seit seiner ersten legendären Vorlesung über die Theologie der Ikonen im Wintersemester 1962/63 an der Innsbrucker Theologischen Fakultät das Sammeln von Ikonen zur Lebensaufgabe im Dienst der Ökumene wurde. Für ihn sind Ikonen „Glaubensbrücken zu den Ostkirchen“. Mehr als 400 Ikonen umfasst inzwischen seine Sammlung. Viele Brücken hat er mit ihnen gebaut, zu den Menschen, die sich für die Ostkirchen interessieren und denen er mit „seinen“ Ikonen die Welt des Christlichen Ostens zu erschließen versteht.

Eine wichtige Etappe in seinem Bemühen, die Ikonen und ihre Welt zu den Menschen zu bringen, war am 16. Mai 2013 erreicht: Mit einem Festakt, in dessen Rahmen Landtagspräsident DDr. Herwig van Staa Prof. Sauser eine Ehrung des Landes Tirol überreichte, wurde das im neuen Kreuzgang des Zisterzienserstiftes Stams eingerichtete Ikonenmuseum eröffnet (unten). Die 53 Marienikonen, die Prof. Sauser im Jahr 2006 dem Land Tirol geschenkt hat, haben nun einen würdigen Ort gefunden, um ihre Botschaft als „Fenster für die Ewigkeit“ zum Leuchten zu bringen, wie schon in den Jahren 1986–91 ein Teil der Sammlung das Ikonenkabinett im oberösterreichischen Stift Kremsmünster begründet hat.

Ein rein musealer Umgang widerspricht dem Wesen der Ikone, ist Prof. Sauser überzeugt. Sie gehört „in den Raum der Liturgie hinein: Vor ihr muss gebetet werden. […] Aus diesem Grund ist es sinnvoll, wenn Ikonen, die über viele Jahre gesammelt worden sind, bisweilen in gottesdienstlichen und kirchlich-klösterlichen Räumen aufgestellt werden, um dort eine gewisse Form der Verehrung zu erhalten.“

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Die Ausstellung im Museum Stift Stams ist jeweils am Mittwoch Nachmittag geöffnet. Darüber hinaus gegen Voranmeldung. Der Katalog „Fenster zur Ewigkeit. Marien-Ikonen aus 5 Jahrhunderten. Sammlung Prof. DDr. Ekart Sauser, Trier/Innsbruck. Museum Stift Stams 2013“ mit einem Vorwort von Abt German Erd OCist, persönlichen Anmerkungen zur Entstehung der Sammlung, einer allgemeinen Einführung über die Ikone als „Seele der ostkirchlichen Frömmigkeit“ und einer Beschreibung der einzelnen Ikonen aus der Feder von Prof. Sauser ist im Klosterladen erhältlich.