Buchbesprechung: „Das Christusbild”

Karlheinz Dietz, Christinan Hannick, Carolina Lutzka, Elisabeth Maier (Hg.):
Das Christusbild. Zu Herkunft und Entwicklung in Ost und West.
Das östliche Christentum. Neue Folge Band 62.
Würzburg: Echter Verlag 2016.
884 S, 88 Farbtafeln, zahlreiche weitere Abbildungen.
€ 71,–
ISBN 978-3-42904199-1

Dieser opulent illustrierte Band ist die Dokumentation von zwei aufeinander abgestimmten Kongressen in Würzburg 2014 und in Wien 2015 zum Thema „Christusbild“. Theologen und andere vom Thema betroffene interkonfessionell forschende Wissenschaftler wie Syrologen, Byzantinisten, Historiker, Kunstgeschichtler, Rechts-, Textil-, Liturgie- und Musikgelehrte berichten über ihre Forschungen zu den Überlieferungen zum Bild Jesu. Aufgabe der beiden Kongresse war, den gegenwärtigen Stand der Forschung zu präsentieren. Die bekanntesten Zeugnisse – die immer wieder in den Medien Thema sind – sind das Turiner Grabtuch, das Muschelseidentuch von Manoppello, das Schweißtuch der Veronika, daneben gibt es aber weitere wie die nicht von Menschenhand gemachte Christusikonen, die alle eine große Ähnlichkeit aufweisen und andere, die bis ins 19. Jh. reichen. Mein Fazit: Ob es jemals gelingen wird das Aussehen Jesu nachzuweisen, ist und bleibt ein spannendes Thema. Der Schritt vom Schauen zum Glauben und dann wieder zum Schauen, wie es Thomas von Aquin in seinem Hymnus „Adoro te devote“ formuliert hat, ist und bleibt Geschenk. Nach eingehender teils fesselnder, teils ermüdender Lektüre des Bandes, bleibt der Wunsch, die Erträgnisse auch in einer für einen breiten Interessentenkreis geeigneten Weise zugänglich zu machen. (Hanns Sauter)