„Was könnte beglückender sein als die Stimme des HERRN, der uns einlädt?“ (Regula Benedicti Prol. 19)

(aus: Rundbrief 2014/2)

Ein serb.-orth. Christ, Milan Kuzminac, entdeckt das Benediktiner-Priorat Maribor in Slowenien als Ort der Gottsuche in brüderlicher Gemeinschaft. Das Foto, das am 21. Juli 2014 aufgenommen wurde, zeigt den Kandidaten als Ministranten bei der von P. Edmund Wagenhofer, Prior und Präses der Slawischen Benediktinerkongregation, zelebrierten hl. Messe in der Hauskapelle des Klosters.

Ein serb.-orth. Christ, Milan Kuzminac, entdeckt das Benediktiner-Priorat Maribor in Slowenien als Ort der Gottsuche in brüderlicher Gemeinschaft. Das Foto, das am 21. Juli 2014 aufgenommen wurde, zeigt den Kandidaten als Ministranten bei der von P. Edmund Wagenhofer, Prior und Präses der Slawischen Benediktinerkongregation, zelebrierten hl. Messe in der Hauskapelle des Klosters.

Im Verlauf einiger im Sommer 2014 im Benediktinerpriorat Maribor verbrachter Urlaubstage lernte ich den im August 2012 als Kandidaten ins Kloster aufgenommenen Milan Kuzminac kennen. Die Geschichte seiner Berufung zum benediktinischen Mönchtum ist auch ein Zeugnis gelebter Ökumene der Kirchen in Ost und West. Sie ist es wert, in diesem Rundbrief mit Schwerpunkt serbische Orthodoxie kurz vorgestellt zu werden.

Milan wurde 1990 in Sremska Mitrovica, dem alten Sirmium, geboren. Der Name der Stadt verweist (wie auch bei Kosovska Mitrovica und Mac?vanska Mitrovica) auf den hl. Diakon Demetrius. Seine eigentliche Heimat ist Laćarak, ein Ort mit ca. 11.000 Einwohnern in der Nähe von Sremska Mitrovica, von denen ca. 90% serbisch-orthodox sind und von drei Priestern in drei Pfarren betreut werden. Für die ca. 1000 Katholiken gibt es einen Pfarrer. Das Verhältnis zwischen Orthodoxen und Katholiken ist gut, aber es ist mehr ein Nebeneinander als ein Miteinander. So feiern etwa Orthodoxe und Katholiken am selben Tag, nämlich am 26. Juli (hl. Anna nach gregorianischem Kalender bzw. Erzengel Gabriel nach julianischem Kalender) je für sich das Patroziniumsfest.

Schon während seiner Gymnasialzeit in Sremska Mitrovica hegte er den Wunsch, in ein Kloster einzutreten. Ein Jusstudium, das er auf Drängen seines Vaters in Novi Sad begann, änderte nichts an diesem Wunsch. Er brach es nach einem Jahr ab und wollte zunächst aufgrund seiner Bekanntschaft mit einem Franziskaner in Novi Sad Franziskaner werden. Schließlich meldete er sich im einzigen serbischen Karmeliterkloster als Kandidat und wurde von dort nach Zagreb vermittelt, wo er als einer von 10 Novizen in den auf der Insel Krk zu absolvierenden Noviziatskurs aufgenommen wurde. Kennzeichnend für seinen Weg ist, dass er der serb.-orth. Tradition verbunden blieb und den formellen Übertritt in die griech.-kath. Kirche nicht als Schritt in eine andere Kirche empfand. Im Vordergrund stand immer die Suche nach einem Ort und einer Gemeinschaft, wo er seine monastische Berufung leben konnte, und auf dieser Suche wurde ihm die röm.-kath. Tradition zur neuen Heimat.

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In Krk kam er während des Noviziatsjahres mit den dort ansässigen Benediktinerinnen in Kontakt. Bei ihnen verbrachte er regelmäßig den einen Donnerstag im Monat, an dem die Novizen freien Ausgang hatten. Die Lebensweise der Nonnen faszinierte ihn und er suchte über das Internet mehr über die benediktinische Lebensweise zu erfahren. So wurde er auf das Benediktiner-Priorat Maribor aufmerksam. Prior P. Edmund vereinbarte mit ihm eine dreijährige Probezeit, während der er den ersten Abschnitt des Theologiestudiums in Maribor absolvieren sollte. Im nächsten Jahr (2015) wäre demnach der Eintritt ins Noviziat vorgesehen. Er weiß, dass er noch einen weiten Weg vor sich hat, und widmet sich mit großem Ernst sowohl den Tagzeiten und Gottesdiensten, den Aufgaben und Pflichten im Kloster wie auch den theologischen Studien.

P. Gottfried Glaßner OSB