Buchbesprechung: „Kaiserinnen machen Kirchengeschichte”

Alja Payer: Kaiserinnen machten Kirchengeschichte.
Helena, Pulcheria, Eudokia, Theodora I., Eirene, Theodora II., Theophanu.
Hrsg. von Gottfried Glaßner.
Thaur bei Innsbruck: Druck- und Verlagshaus Thaur 2002.
(Frühes Christentum. Forschungen und Perspektiven Bd. 7).
161 Seiten.
ISBN 3-85400-120-7, € 17,40

Alja Payer war jahrzehntelang Mitarbeiterin der Universitätsbibliothek Salzburg; seit ihrer Pensionierung widmet sie ihr reiches Wissen und ihre unermüdliche Energie dem ökumenischen Anliegen, interessierten Christen des Abendlands die reichen Schätze und die Geschichte der Ostkirchen nahe zu bringen.
Im vorliegenden Band sind Einzelbeiträge zu den genannten Kaiserinnen zusammengefasst, die seit 1991 in der Zeitschrift „Der christliche Osten” in loser Folge veröffentlicht worden sind. Für diese Zusammenfassung ist dem Herausgeber zu danken, denn jetzt ist ein Überblick möglich, wie er informativer und spannender kaum möglich ist. Alte Vorurteile, dass in patriarchalischen Systemen die Frauen keine Rolle gespielt hätten, sind auszuräumen. Es ist teilweise atemberaubend, mit welchem Geschick und Nachdruck diese Kaiserinnen, sei es aus wachem Verantwortungsbewusstsein, sei es aus purem Geltungsbedürfnis, politische und kirchliche Entwicklungen der Spätantike und des Frühmittelalters bestimmt haben. Verblüffend auch, wie in einer Zeit ohne Kommunikationsmedien eine über Europa hinausgreifende imperiale Politik durchgesetzt werden konnte. Die weise und kenntnisreiche Zusammenschau der Verfasserin und ihre gut lesbare Sprache machen die Lektüre zum Vergnügen. (Philipp Harnoncourt)