Buchbesprechung: „Faszination Ikonen”

Aloys Butzkamm: Faszination Ikonen.
Paderborn: Bonifatius-Verlag 2006.
ISBN 978-3897103566

Buchcover

Der Autor richtet sich mit seinem Buch an Menschen, die von Ikonen angesprochen sind, aber sich schwer mit ihrer Sprache und Darstellungsweise tun und verspricht diesen Lesern im Vorwort: „Nach der Lektüre wird man mit mehr Entdeckerfreude, höherer Kompetenz und größerem Respekt vor Ikonen stehen.” Im Unterschied zu anderen Ikonenbüchern, die nach kunsthistorischen Kriterien vorgehen, geht der Verf. vom Sitz im Leben aus, den die Ikone im ostkirchlichen Glaubensleben, in Gottesdienst und Frömmigkeit hat. Auf den folgenden Seiten gibt er einen fundierten Überblick über die Entwicklung der Ikonenmalerei, die Theologie der Ikone, geht auf die gottesdienstlichen Aspekte ein. Die Beschreibung der Themen der Ikonen geht über das allgemein übliche leider nicht hinaus. Verhältnismäßig viel Raum nehmen Marien- und Heiligenikonen ein, während jene der Hochfeste nur am Rande oder überhaupt nicht erwähnt sind. Die „Orte und Epochen der Ikonenmalerei” beschränken sich auf die byzantinische Zeit bzw. das byzantinische Reich. Dadurch entsteht der Eindruck, die Ikonenkunst sei mit dem Jahr 1453 abgeschlossen, wobei sie doch im 16. Jh in Russland und anderen orthodoxen Ländern in Blüte gestanden ist und gegenwärtig auch außerhalb der orthodoxen Stammländer eindrucksvolle Ikonen gemalt werden. Aus dem bei relativ geringem Umfang dennoch sehr vielseitigem und informativen Buch sprechen Sachkenntnis und die Liebe zu einer für uns nicht alltäglichen Glaubenswelt. Hier sei es breit als Grundlagenwerk breit empfohlen. (Hanns Sauter)