Leitungswechsel im Andreas-Petrus-Werk

Wir dokumentieren hier unsere Pressemeldung zur Nationalkonferenz 2017 und zum Wechsel im Amt des Nationalpräsidenten

Erzbischof Franz Lackner OFM übernimmt von Erzbischof em. Alois Kothgasser SDB die Leitung des Andreas-Petrus-Werks

APW-Vorstand 2017 (Bild: Kurt Sonneck/Pressestelle der Erzdiözese Salzburg)

Im Jahr 1952 war nach der kriegsbedingten Unterbrechung das 1924 in Wien unter dem Namen „Catholica Unio“ gegründete Ostkirchenwerk auf österreichischem Boden neu ins Leben gerufen worden. Ein Standort innerhalb der russischen Besatzungszone kam damals nicht in Frage. Erzbischof Andreas Rohracher hatte angesichts der vielen in Salzburger Flüchtlingslagern gestrandeten Ostflüchtlinge ein offenes Ohr für das an ihn herangetragene Anliegen, in Salzburg ein Sekretariat einzurichten, das sich mit der Spiritualität und der Tradition der Ostkirchen befassen sollte. Der Sitz des Sekretariats war zunächst in der Erzabtei St. Peter, später in Maria Plain, in der Pfarre St. Elisabeth, im Priesterseminar und im Referat für Berufungspastoral. Seit 2001 werden die Aufgaben der Landessektion der Catholica Unio für Österreich, die seit 1999 den Namen „Andreas-Petrus-Werk“ führt, gemeinsam mit der Pro Oriente-Sektion Salzburg im Institut für den Christlichen Osten bzw. (seit 2013) im universitären Zentrum zur Erforschung des Christlichen Ostens im Edith-Stein-Haus auf dem Mönchsberg wahrgenommen.

Das Andreas-Petrus-Werk (Catholica Unio Österreich) ist eine Einrichtung der Österreichischen Bischofskonferenz, die seit ihrer Wiederbegründung unter der Leitung des jeweiligen Salzburger Erzbischofs stand. Seit 2004 übte Erzbischof em. Alois Kothgasser dieses Amt mit viel Enthusiasmus und großer Wertschätzung für den Einsatz der Mitarbeiter und Freunde des Andreas-Petrus-Werks aus. Die von Pro Oriente Salzburg organisierten ökumenischen Begegnungsreisen nach Istanbul (2006), Russland (2008), Armenien (2010) und Bulgarien (2013), dazu die Diözesanwallfahrt nach Rumänien (2010) und im Auftrag der Bischofskonferenz die Reise zur Bischofsweihe von Metropolit Arsenios (Kardamakis) nach Istanbul (2011) können als Höhepunkte seiner Amtszeit als Salzburger Erzbischof gelten. Regelmäßig nahm er an den jeweils am Freitag vor Pfingsten in Salzburg abgehaltenen Nationalkonferenzen der Vorstandsmitglieder und Diözesanreferenten teil. Bei den jährlichen Generalversammlungen der Catholica Unio Internationalis (u.a. in Würzburg, in der Benediktinerabtei Chèvetogne in Belgien, in Prag, im Collegium Orientale in Eichstätt, zuletzt 2016 in Rom) fand sein Engagement auch auf internationaler Ebene Anerkennung, insofern ihm 2010 das Amt des Generalpräsidenten anvertraut wurde, das er bis 2016 innehatte.

Am 1. Juli 2016 hat Leonardo Kardinal Sandri, Präfekt der Ostkirchenkongregation, Bischof Charles Morerod OP von Fribourg, Genf und Lausanne zum neuen Generalpräsidenten ernannt. Beim Besuch in der Ostkirchenkongregation am 18. Oktober 2016 im Rahmen der Generalversammlung der Catholica Unio in Rom dankte der Kardinal Erzbischof Kothgasser für sein „orientalisches Herz“, das der Kirche helfe, mit „beiden Lungenflügeln“ zu atmen.

Erzbischof Kothgasser em. war es ein großes Anliegen, rechtzeitig alles für seine Nachfolge in der Funktion des Nationalpräsidenten für Österreich in die Wege zu leiten. So lud er den designierten Nachfolger Erzbischof Franz Lackner OFM zur Nationalkonferenz am 2. Juni 2017 auf den Mönchsberg ein, um ihn mit der Aufgabe vertraut zu machen, die auf ihn zukommt, und ihm Gelegenheit zum Kennenlernen der Diözesanreferenten und Vorstandsmitglieder des Andreas-Petrus-Werks zu geben. Er könne dankbar auf viele einprägsame Begegnungen zurückblicken, bei den Generalversammlungen der Catholica Unio, besonders aber im Verlauf der ökumenischen Besuchs- und Bildungsreisen in die Länder des Christlichen Ostens, und habe dabei viel gelernt, betonte er. Nur zu der Reise nach Serbien sei es nicht mehr gekommen, was er in Hinblick auf die freundschaftliche Verbundenheit gerade mit den serbisch-orthodoxen Pfarren in der Erzdiözese bedaure. Aber er freue sich, dass Erzbischof Lackner in seine Fußstapfen treten und an der Spitze einer Pro Oriente-Delegation im September 2017 nach Serbien reisen werde.

Erzbischof Lackner sagte, dass er der Einladung zur Nationalkonferenz gern Folge geleistet habe und die vom Andreas-Petrus-Werk geleistete Arbeit schätze. Schon mehrfach habe er seit seinem Amtsantritt in Salzburg Gelegenheit zur Begegnung mit der ihm allerdings noch fremden Welt der Ostkirchen gehabt, etwa bei der Weihe der serbisch-orthodoxen Kirche in Salzburg-Liefering, die ihn sehr beeindruckt habe. Er werde im Rahmen seiner Möglichkeiten den von seinem Vorgänger vorgezeichneten Weg der Versöhnung der Kirchen in Ost und West fortsetzen und das Andreas-Petrus-Werk in seiner Tätigkeit nach Kräften unterstützen.