Buchbesprechung: „Zum Licht der Auferstehung”

Zum Licht der Auferstehung durch die Dornen der Katakomben.
Untergrundtätigkeit und Legalisierung der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche.
Deutsche Übersetzung von Andriy Mikhaleyko und Oleksandr Petrynko.
Lviv 2013.
84 S., reich illustriert.
ISBN 978-966-2778-08-3

Buchcover

Das Buch, das vom Institut für Kirchengeschichte der Ukrain. Kath. Universität in Lemberg herausgegeben wurde und nunmehr auch dem deutschsprachigen Publikum zu­gänglich ist, will einen Einblick in das Leben der Ukrain. Griech-kath. Kirche (UGKK) in der Zeit der sowjetischen Kirchenverfolgung vermitteln. In mühsamer Kleinarbeit wurden in den Jahren 1992–2008 Materialien und Erinnerungen von Augenzeugen, vor allen von aktiven Mitgliedern der Untergrundkirche, dazu Dokumente aus den staatlichen Archiven und Fotos aus Privatsammlungen zusammengetragen. An die 100 Forscher, Studenten, Interviewer, Fotografen und freiwillige Helfer haben an der Aufarbeitung der Geschichte der UGKK mitgewirkt, die zwischen 1945/46 und 1989 die größte illegale Kirche der Welt und zugleich die zahlenmäßig größte Gemeinschaft in der Sowjetunion war, die trotz Verfolgungen ihre Identität bewahrte. Man staunt über das rege kirchliche Leben, das sich unter der charismatischen Führergestalt des Metropoliten Andrey Sheptytskyj (1901–1944) in der Westukraine entfaltete. Stalin wusste um den Einfluss der in der Gesellschaft hochangesehene UGKK und setzte nach der Rückkehr der Sowjetarmee auf das westukrainische Territorium im August 1944 alles daran, sie zu diskreditieren und zu zerschlagen. Als Josyf Slipyj am 17.12.1944 eine Delegation unter der Leitung von Archimandrit Klymentij Sheptytskyj, dem Bruder des verstorbenen Metropoliten, nach Kiev und Moskau schickte, um einen Modus vivendi zu finden, stand der Entschluss zur Liquidierung bereits fest, die mit der Verhaftung des gesamten Episkopats und der auf der Lemberger Synode von 1946 erfolgten Zwangseingliederung in die Russ. Orth. Kirche vollzogen wurde. Das beeindruckende Glaubenszeugnis der in die Illegalität gedrängten Bischöfe, Priester, Mönche, Nonnen und Laien macht den Hauptteil des Buches aus. Spannend zu lesen ist aber auch der Aufbruch in die Freiheit, der sich in den offenen Gottesdiensten zu den 1000-Jahr-Feiern der Taufe der Rus’ ankündigte und in der kurz vor der Begegnung zwischen Papst Johannes Paul II. und Michael Gorbachov am 1.12.1989 erfolgten Legalisierung gipfelte. (Gottfried Glaßner OSB)