Buchbesprechung: „Praxis des Herzensgebets”

Andreas Ebert / Peter Musto, Praxis des Herzensgebets.
Einen alten Meditationsweg neu entdecken.
München: Claudius-Verlag 2013.
Broschiert € 16,90.
ISBN 978-3-532-62444-9

Buchcover

Beim Herzens- bzw. Jesus-Gebet, der wohl ältesten Form christlicher Kontemplation, geht es nicht um ein Gebet aus Lob, Dank und Bitte, sondern um das bloße Dasein des Menschen vor Gott und sein sich Öffnen für ihn. Als geistliche Begleiter vieler Menschen machen die beiden Autoren die Erfahrung, dass diese Gebetsform auf großes Interesse stößt. Sie ist von den alten Wüstenmönchen ausgegangen, wurde jahrhundertelang vornehmlich in den Klöstern und Einsiedeleien der Christenheit des Ostens praktiziert. Nun aber haben sie auch spirituell suchende Menschen des Westens entdeckt und schätzen gelernt. Die beiden Autoren möchten ihnen mit diesem Praxisbuch entgegenkommen. Sie bieten einen auf zehn Wochen verteilten Übungsweg an, der sowohl für Gruppen, als auch für den Einzelnen gangbar ist. Jede Woche steht unter einem Leitthema, das schrittweise Tag für Tag erarbeitet wird. Zu den Anregungen für jeden Tag gehören auch Übungen, die zusätzlich durch Skizzen erläutert werden, Impulsfragen und persönliche Erfahrungen. Die dem Buch beigegebene CD enthält Anleitungen zu weiteren Meditationen und Gebetshaltungen. Das Herzensgebet erweist sich somit als eine Gebetsform, in der sich sowohl Christen aller Konfessionen als auch Angehörige anderer Religionen in ihrer Suche nach Gott treffen. Eine knappe Darstellung der Geschichte des Jesusgebets findet sich am Ende des Buches. Der Liste von Adressen, an denen das Jesusgebet gepflegt wird, wäre noch jene des „Byzantinischen Gebetszentrums Salzburg“ hinzuzufügen.

Das Buch ist eine Einladung, sich auf diesen Weg zu machen. Bereitschaft, Geduld, Konsequenz müssen alle aufbringen, die ihn gehen wollen, in der Gebetsgruppe oder auch allein. Doch können sie jetzt auf die Erfahrungen derer zurückgreifen, die diesen Weg kennen und schätzen und denen es bereits geschenkt ist, im Bewusstsein der Gegenwart Gottes zu leben, die das Leben letztlich leichter macht. (Hanns Sauter)