Buchbesprechung „Hymnos Akathistos”

Wir machen auf eine Neuübersetzung in bibliophiler Gestaltung des Hymnos Akathistos eines Mitarbeiters unserer Parallelorganisation Catholica Unio Schweiz aufmerksam:

Jean-Paul Deschler:
Hymnos Akathistos – Grußlied zur Gottesmutter.
Basel: Buchhandlung Vetter 2018.
40 S., mit 27 Abbildungen
SFr 24,80
ISBN 978-3-03306674-8

Buch Deschler Hymnos Akathistos

Der Hymnos Akathistos – Loblied an die Gottesmutter ist durch mehrere Übersetzungen und Tonträger-Aufnahmen wohl der bekannteste Hymnus des christlichen Ostens. Er besingt in seinen beiden ersten Teilen die Menschwerdung Jesu, beginnend mit der Verkündigung an Maria bis zur Darstellung Jesu im Tempel und meditiert im dritten und vierten Teil deren heilsgeschichtliche Bedeutung. Auf die naheliegende Frage, warum immer wieder eine neue Übersetzung sinnvoll ist, geht der Band in seinem Vorwort und der Hinführung ein: „Glaubenswahrheiten in dichterischer Sprache haben es doppelt schwer, übersetzt zu werden… Eine Übersetzung ist nicht ein für alle Mal fertiggestellt. Immer wieder müht man sich von neuem, das Original zu ergründen, dem eigenen Sprachgeist anzugleichen, es lesbar und hörbar zu machen…“ (S. 3) und: „…es ist fast unmöglich, dieses Meisterwerk adäquat in eine andere Sprache zu übertragen, wenn man den Text genau übersetzen und gleichzeitig auch die Fülle von Stilmitteln wiedergeben will. Mit der vorliegenden Übertragung aus dem Griechischen ist der Versuch einer Nachdichtung gemacht worden. Sie ahmt durch silbentreue Wiedergabe den Rhythmus des Originals genau nach und will auch den Reimen, Assonanzen, Wortspielen, Analogien, Parallelismen und Antithesen gerecht werden, ohne sich aus dem Bereich wörtlicher Übersetzung zu entfernen.“ (S. 5)

Die vorliegende Übersetzung setzt – wie schon die früheren Übersetzungen (z. B. von Kirchhoff, Koder, Maltzev und Zumbroich) – wieder eigene Akzente und erschließt dadurch die Fülle und Tiefe des Originaltextes auf eine nochmals andere Art und Weise. Sie lässt sich auch – bedingt durch ihr Bemühen möglichst wort- sowie bedeutungsgenau zu übersetzen – nicht einfach so herunterlesen (oder singen) sondern verlangt nach Zeit, Geduld und Ruhe um durch Betrachtung und Gebet die Bedeutung der Menschwerdung Gottes und der Rolle, die er einem Menschen (einer Frau) darin zugedacht hat, auch nur zu erahnen. Die oft ungewohnten Formulierungen oder Satzstellungen fordern zum Nachdenken heraus; eine ausgezeichnete Unterstützung, den Text zu verinnerlichen sind die Abbildungen der Fresken des Akathistos-Zyklus der Kathedrale von Rhodos aus dem Jahr 1952, die eigens für diesen Band angefertigt wurden.

Wir wünschen dem Band eine weite Verbreitung und allen, die sich damit beschäftigen, einen tiefen geistlichen Gewinn. (Hanns Sauter)