Buchbesprechung: „Ex Oriente Lux”

Claudia Schmidt-Hahn (Hrsg.):
Ex Oriente Lux – Begegnung mit dem christlichen Osten.
Disputationes 2016.
Innsbruck: Studienverlag 2017.
173 S, reich illustriert.
€ 21,90
ISBN 978-3-7065-5605-7

Buchcover "Ex Oriente Lux"

Die vom Herbert-Batliner-Europa­institut organisierten Disputationes im Rahmen der Ouverture spirituelle der Salzburger Festspiele 2016 widmeten sich den Kirchen des Christlichen Ostens. Seit kurzem liegt der in Bild und Wort gleicherweise höchst beeindruckende Berichtsband zur Veranstaltungsreihe vor, die das Festspielpublikum und zahlreiche Interessenten vom 23. bis 27. Juli 2016 in einem weit gespannten Bogen an die bunte Vielfalt der musikalischen und liturgischen Tradition, der Spiritualität und Kultur der Ostkirchen heranführte.

Es sind insgesamt 15 Beiträge, die in vier Themenkreisen bzw. Kapiteln jeweils typische Ausprägungen und Ausdrucksformen vorstellen. Sie schreiten die Welt des Christlichen Ostens von Ägypten (koptische Hymnen), Armenien (die versunkene, aber in den erhaltenen Bauten und den Handschriften unübersehbare Welt der Klöster) bis Griechenland (der Hl. Berg Athos) ab, vom syrisch-aramäischen Christentum bis zur Orthodoxie im Herzen Europas. Kapitel 1 widmet sich der grundlegenden Orientierung (Dietmar Winkler, Nikolaus Thon), Kapitel 4 aktuellen Fragestellungen zur Bedeutung der Ostkirchen im gesellschaftlichen Umfeld, wobei namhafte Repräsentanten wie der griech.-orth. Metropolit Arsenios (Kardamakis) von Austria, der melktische Patriarch Gregorios III. Laham, der armenische Erzbischof Boghos Lévon Zekiyan und der serb-orth Bischof Andrej Ćilerdžić Einblick in die Situation ihrer Kirchen geben. Die Beiträge in Kapitel 2 befassen sich mit dem monastischen Leben (die aus Deutschland stammende griech.-orth. Äbtissin Gerondissa Diodora, der bekannte Journalist Heinz Nußbaumer, die Salzburger Armenologin Jasmine Dum-Tragut). Kapitel 3 führt in die ostkirchliche Spiritualität ein, wie sie in besonderer Weise in den Ikonen (Thomas Bremer, Stefan Brenske) und in den Hymnen der Kopten (Michael Ghattas) und Syrer (Aho Shemunkasho) greifbar wird.

Insgesamt eine empfehlenswerte Handreichung für die Begegnung mit dem Reichtum und der bunten Vielfalt des Christlichen Ostens! Gottfried Glaßner OSB