Buchbesprechung „Die altorientalischen Kirchen”

Christian Lange/Karl Pinggéra (Hgg.):
Die altorientalischen Kirchen.
Glaube und Geschichte.
Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft 2010.
ISBN 978-3-534-22052-6

Buchcover

Der Begriff „Ostkirchen” wird in der Praxis oft gleichgesetzt mit dem orthodoxen Christentum. Die altorientalischen Kirchen geraten dabei leider immer wieder ins Hintertreffen, in der breiten kirchlichen Öffentlichkeit sind sie vielerorts gänzlich unbekannt. Ein hochkarätiges Autorenteam versucht nun, auf überblicksartige Weise diesem Missstand abzuhelfen – ein Projekt, das angesichts des entstandenen Bandes „Die altorientalischen Kirchen. Glaube und Geschichte” nur als rundherum gelungen bezeichnet werden kann. Christian Lange skizziert die dogmengeschichtlichen Aspekte sowie die spätere Entwicklung der Altorientalen unter islamischer Vorherrschaft bis in die Gegenwart; Karl Pinggéra stellt einzelne altorientalische Kirchen vor allem aus historischem Blickwinkel dar; Dietmar W. Winkler referiert die Stellung der Altorientalen im heutigen ökumenischen Dialog und Erich Renhart widmet sich dem Thema „Liturgie und Spiritualität” inklusive eines ausführlichen Blicks auf Askese und Mönchtum. Das anschließende Glossar, Quellen- und Literaturverzeichnis sowie das Personenregister sind ebenso hilfreich wie die vielen Landkarten und schematischen Darstellungen zur Dogmen- und Liturgiegeschichte, die sich besonders in den ersten beiden Teilen des Buches finden.

Allen vier Autoren ist es gelungen, sowohl allgemeinverständlich als auch auf hohem theologischen Niveau Glauben und Geschichte der Altorientalen darzustellen. Vielleicht hätten Fotos aus dem Leben dieser Kirchen das Buch noch sinnvoll bereichert, dann aber hätte der Preis von 29,90 € (D) bzw. 30,80 € (A) wohl kaum aufrecht erhalten bleiben können. Der von Lange und Pinggéra herausgegebene Band verdient eine Würdigung als neues Standardwerk. (Liborius Olaf Lumma)