Buchbesprechung „Baum des Lebens”

Hans Hollerweger:
Baum des Lebens. Darstellung und Verehrung des Kreuzes im Orient.
Mit einem Geleitwort von Patriarch Louis Raphael Sako.
Linz: Inititative Christlicher Orient 2017.

Das Buch ist im Buchhandel nicht erhältlich. Die Bestelladresse lautet: Initiative Christlicher Orient, Friedensplatz 2, 4020 Linz. Tel: 0732-773148, Mail: ico@a1.net. www.christlicher-orient.at. Preis: 18 € zzgl. Versandkosten. Der Erlös aus dem Buchverkauf ist für die Christen im Irak bestimmt.

Buchcover: Baum des Lebens

Das Buch hat einige Besonderheiten. Einmal war es nie geplant, sondern ist eher zufällig aus der umfangreichen Fotosammlung von Kreuzdarstellungen des Herausgebers entstanden. Auf seinen ausgedehnten Reisen in den nahen Orient hat er in fünf Ländern unzählige, viele davon in oft schwer erreichbaren Kirchen oder aus kaum zugänglichen Handschriften fotografiert. Insofern sind die Bilder – wenn sie deshalb auch nicht immer qualitativ auf dem neuesten Stand sein können – einmalig. Weiters ist das Buch ein Zeugnis für die Vielfalt und Eigenart der Kreuzdarstellungen der Kirchen syrischer Tradition. Sie verstehen das Kreuz als Zeichen der Auferstehung, stellen es daher – sei es als Plastik, als Relief oder Miniatur – ohne Korpus dar und gestalten es dafür mit umso reicheren Ornamenten aus Blättern, Blüten und Früchten zum Baum des Lebens. Manche der hier abgebildeten Darstellungen, vor allem aus Syrien und dem Irak, sind inzwischen durch Kriegseinwirkungen oder durch Zerstörung durch islamistische Gruppen verloren gegangen. In diesen Fällen kommt den Fotos auch ein dokumentarischer Wert zu, ganz abgesehen, dass die paulinische Botschaft von der Torheit des Gekreuzigten bzw. des Kreuzes dadurch eine ganz aktuelle Seite erhält. In seinem Vorwort versteht der Herausgeber das Buch als Antwort auf jeglichen Fanatismus. Die eingestreuten Hymnen auf das Kreuz, die der Tradition der dortigen Kirchen entnommen sind, sowie die Beschreibung der Gottesdienste zur Kreuzverehrung aus dem Tur Abdin sprechen dazu eine eindringliche Sprache. In seinem Geleitwort betont Patriarch Sako die Kraft, die für die Christen, namentlich jenen der aktuellen Unruhegebiete des Nahen und Mittleren Ostens, seit Jahrhunderten vom Kreuz ausgeht. Sie wird auch diesmal weiterhelfen. (Hanns Sauter)