Aus dem Rundbrief 2019/1

Liebe Freunde des Andreas-Petrus-Werks!

Während eines mit Unterbrechung sechs Wochen dauernden stationären Aufenthalts im AKH in Wien habe ich den rund um die Uhr zugänglichen und, wie an den brennenden Teelichtern auf dem Foto zu ersehen, gern besuchten Andachtsraum in der katholischen Kapelle schätzen gelernt. Die ansprechend gestaltete Nische mit den beiden Ikonen, links der „Erbarmerin“ (griech. Eleusa, russ. Umilenie), der Gottesmutter, die sich liebevoll dem Kind zuwendet, rechts des hl. Brüderpaares Kosmas und Damian, die zu den unentgeltlich die leiblichen und seelischen Nöte der Menschen lindernden Ärzten, den „Anagyroi“, zählen, lädt zum Verweilen ein – ein Ort der Geborgenheit und Ruhe im sonst hektischen Treiben rundum. In den Wartezeiten und angesichts der diversen Untersuchungs- und Behandlungsstationen mit fallweise diffusen Erkenntnissen und Befunden fand ich hier Trost und die Kraft zur Bewältigung des Krankenhausaufenthalts mit seinen Herausforderungen.

Kapelle AKH Wien

Raum der Stille mit der Ikone der Gottesmutter der Barmherzigkeit und der Ikone der Hl. Ärzte Kosmas und Damian in der katholischen Kapelle des Allgemeinen Krankenhauses (AKH) in Wien.

Dass gerade Ikonen mit ihrem auf die andere Wirklichkeit Gottes verweisenden Leuchten einen Ort zu einem heilsamen Ort verwandeln können, ist eine Erfahrung, die ich aus dem AKH mitgenommen habe und die dieser Rundbrief, erweitert um den Blick auf die Krankenseelsorge und die Spendung der Krankensalbung in den Ostkirchen, vermitteln möchte. In beeindruckender Weise baut die Neugestaltung der Kapelle im Sanatorium Martinsbrunn in Meran auf die „Heilkraft“ von Ikonen. Der aus ostkirchlicher Maltradition nach einem theologischen Programm von Prof. Ewald Volgger geschaffene Ikonenzyklus macht im Ensemble mit anderen Ausstattungselementen aus der Kapelle einen Ort heilsamer Gottesbegegnung.

Die 2018 vom Andreas-Petrus-Werk in Salzburg ausgerichtete Generalversammlung der Catholica Unio hatte übrigens einen „alten Bekannten“ ins Gespräch gebracht: P. Bernhard Frei OFMCap, ein mit der ostkirchlichen Spiritualität vertrauter Kenner von Ikonen – und derzeit Seelsorger in Martinsbrunn!

Ein besonderer Ort im Umgang mit alten, einsamen, alkoholkranken und durch körperliche und seelische Verwundungen beeinträchtigten Menschen ist das Kloster der Hl. Elisabeth in Minsk. Ich bin dankbar für den Erlebnisbericht, den Christina Dietl für diesen Rundbrief zur Verfügung gestellt hat. Die Bilder, die sie mitgebracht hat, lassen die „Schönheit“ des von Gastfreundschaft, Gottvertrauen und Kreativität geprägten Ortes erahnen. Es ist eine „Schönheit“, die aus der Hingabe der Schwestern an die Nöte der ihnen anvertrauen Menschen strahlt. Es ist eine „Schönheit“, die von der Überwindung der Pforten des Todes durch den Auferstandenen Zeugnis ablegt.

Mit der Unterstützung, die Sie, liebe Leserinnen und Leser des Rundbriefs, durch Ihre Gabe ermöglichen – für das Sozialwerk des Klosters der Hl. Elisabeth, für die Kinder von Bischof Melki in Harissa oder die Ausbildung der Priester aus den Ostkirchen –, leuchtet das vom Sieg über den Tod kündende Licht der Osterkerze in das Dunkel der Welt hinein.

Christus ist erstanden – ER ist wahrhaft auferstanden!

P. Gottfried Glaßner

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