Aus dem Rundbrief 2014/1

Liebe Freunde des Andreas-Petrus-Werks!

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Die Ikone der von Papst Johannes Paul II. am 27. Juni 2001 in Lemberg selig gesprochenen Neumärtyrer der UGKK (bitte klicken Sie auf die Bilder für eine Großansicht!) zeigt im Zentrum den verherrlichten Christus in der Mandorla. Aus seiner Seitenwunde wie auch aus dem mit dem Blut der Märtyrer gefüllten Kelch unter seinen Füßen sprießt ein Trieb mit Knospen, Blättern und Früchten. Rechts und links davon stehen – gleichsam als geistliche Phalanx – die 27 neuen Seligen. Sie sind aus der Anonymität der im Bildhintergrund angedeuteten Märtyrerkirche herausgetreten und werden nun von Christus dem Betrachter präsentiert. Die Gesichter erzählen von unsäglichem Leid in den Gefängnissen und Lagern, aber auch von unbeugsamer Standfestigkeit und Glaubenstreue, die die UGKK, wie es im Titel der in diesem Rundbrief vorgestellten Dokumentation heißt, „durch die Dornen der Katakomben“ „zum Licht der Auferstehung“ geführt hat.

Viel wäre über die Lebensschicksale dieser neuen Seligen zu sagen – es sind Männer und Frauen, die aufgrund ihres geistlichen Standes und ihres kirchlichen Engagements besonders stark den Repressalien der Machthaber ausgesetzt waren.

Vier Namen verdienen besondere Erwähnung, weil sie in der Liste der Theologen begegnen, die in Innsbruck studiert und während ihrer Studienjahre im Collegium Canisianum gewohnt haben. Sie alle finden sich auf der Ikone direkt untereinander zur Rechten Christi:

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Mykyta Budka (1877–1949), Weihbischof von Lemberg, erster Bischof der ukrainischen Katholiken in Kanada, verhaftet an 11.4.1945, gestorben im Lager in Karaganda; Jakym Senkivskyj, Mönchspriester des Basilianerordens (1896–1941); Andrij Ishchak, Priester der Eparchie Lemberg (1887–1941); Klementij Sheptytskyj, Mönchspriester, Archimandrit des Klosters Univ (1868–1951). Über den berühmtesten ukrainischen Studenten in Innsbruck, Kardinal Josyf Slipyj, erfahren Sie mehr in diesem Rundbrief. Die Rückkehr von Großerzbischof Myroslav Ivan Ljubachivskyj, ebenfalls Altcanisianer, in die Ukraine am 31. März 1991 war der symbolische Abschluss der Legalisierung der UGKK nach dem Zusammenbruch des Kommunismus.

Der Themenschwerpunkt Ukraine legte sich nicht zuletzt aufgrund der Ereignisse auf und rund um den Maidan in Kiev nahe, die auch die Kirchen in ihrer gesellschaftlichen Rolle und in ihrem Miteinander herausfordern. Es braucht den offenen und weit gefassten Blick in die Geschichte, wie ihn das Wiener Symposion vom 9. November 2013 und die lesenswerte Dokumentation der Ukrainischen Katholischen Universität Lemberg gewagt haben, um die gegenwärtige Entwicklung zu verstehen.

Auch die Schwerpunkt-Hilfsaktion dieser Rundbriefausgabe führt in die Ukraine: Der Ausbau der Betreuung von Waisenkindern in Chortkiv, Eparchie Buchach. Bitte helfen Sie der UGKK bei ihren Bemühungen, in der strukturschwachen Region dort zu investieren, wo die Zukunft und die Hoffnung des Landes liegt – bei den Kindern!

Sie finden weitere Informationen zu ostkirchlichen Aktivitäten, darunter einen Bericht über die Generalversammlung der Catholica Unio in Prag und u.a. den Hinweis auf die Ikonen-Karte „Andreas und Petrus in brüderlicher Umarmung“, die wir Ihnen nun zum Kauf anbieten können. Die Botschaft der Ikone, die Patriarch Athenagoras Papst Paul VI. geschenkt hat, ist nach wie vor aktuell: All unser Tun, ob Information, Bitte oder Dank zielt letztlich auf die hier abgebildete brüderliche Begegnung der Kirchen.

P. Gottfried Glaßner OSB